ERLEBNISROUTEN

Den polylineare Trassenkorridor zwischen Ost und West im südlichen Sachsen-Anhalt, können wir als Altwegekorridor mit dem Begriff "VIA REGIA" ansprechen. Der Korridor ist Handels,- Heer- und Pilgerstraße zugleich. Neuzeitlich entwickeln sich daraus das Postroutennetz, die Chausee- und Kuststraßen sowie die Autostraßen und auch die erste Bahnlinie des 19. Jahrhunderts – die Thüringer Stammbahn – folgt im wesentlichen dieser Route.

 

Die Altwegeforschung geht davon aus, dass dieser Trassenkorridor bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurde, zumindest aber mit der Völkerwanderungszeit und mit dem Frühmittelalter (736 ... viam, quae a Thuringorum regione mercandi causa ad Mogontiam pergentes ducit ...) als Handelsstraße benannt und schlussendlich im Hochmittelalter (1252 strata regia oder 1344 via regia) jene Bedeutung erhält, die wir heute als VIA REGIA Trassen ansprechen können.

 

Der Tassenkorridor ist eine der wichtigsten Fernwegverbindungen zwischen Ost- und Westeuropa, der unter einen höchst landesherrschaftlichen Schutz gestellt wurde; demnach eine Königsstraße war und auch immer wieder "Hohe Straße" oder "Hohe Heerstraße" genannt wurde. 1732 schreibt Friedrich Schwarz schliesslich in barocker chursächsisch Zeit von der VIA REGIA LUSATIAE SUPERIORIS. Seit 2005 ist dieser Altweg und seine kulturelle Dimension Kulturstraße des Europarates und Ausdruck einer interkontinentalen europäischen Verbundenheit und Identität.

 

Zwischen den beiden mitteldeutschen Zentralorten, Handels- und Messestädten Erfurt und Leipzig zieht der Trassenkorridor dieses Altwegs vom Thüringer Becken in die Leipziger Tieflandsbucht durch das südliche Sachsen-Anhalt, den Burgenlandkreis, den Saalekreis und die Kreisstädte Naumburg, Weißenfels und Merseburg.