„Für die ungewöhnliche Konzentration kriegerischer Auseinandersetzungen (in Thüringen und südlichem Sachsen-Anhalt) gibt es mehrere Ursachen. Unser Gebiet lag und liegt in der Mitte Deutschlands und Europas. Hier kreuzten sich die großen Heer- und Handelsstraßen. Von besonderer Bedeutung war dabei die Via Regia, eine der wichtigsten West-Ost-Verbindungen in Mitteleuropa. Die Geschichte dieser schicksalhaften Königsstraße als Heerweg begann – den schriftlichen Quellen zufolge – schon mit den Zügen der Franken gegen die Thüringer und endete erst mit den Feldzügen des napoleonischen Frankreichs und seinen Gegnern. Politisch war das Gebiet meist zersplittert und relativ schwach. Aber es war reich, hat gute Böden und konnte große Heere ernähren. Dazu ist die Gegend zwar gegliedert, aber weithin offen und flach, wenig bewaldet und war deshalb zum Marsch, Aufenthalt und Gefecht besonders geeignet.“

Gerhard H. Bachmann: „Geologie, Geographie, Geomorphologie“ , S. 33 – 34 in Archäologie in Sachsen Anhalt Sonderband 24, PreußischeKriegszeiten • Schlachten, Gefechte und Belagerungen in Sachsen-Anhalt 1757 – 1814

 

„(Nach der Völkerschlacht bei Leipzig) musste (Napoleon) mit den Resten seiner zertrümmerten Armee entlang der Route der alten „Via Regia“ in Richtung Paris fliehen. … das heutige Sachsen-Anhalt war vor und nach der Völkerschlacht bei Leipzig (16. – 19. Oktober 1813) Schauplatz von signifikanten Kampfhandlungen.“

Gerhard H. Bachmann, Hans-Reinhard Meißner, Andreas Stahl: „Im Schatten der Völkerschlacht bei Leipzig – Die Gefechte bei Wethau 1813 und Freyburg an der Unstrut 1813“  S. 377 – 378, in Archäologie in Sachsen Anhalt Sonderband 24,  PreußischeKriegszeiten • Schlachten, Gefechte und Belagerungen in Sachsen-Anhalt 1757 – 1814

 

Der Militärtheoretiker Carl von Clausewitz formulierte in seinem Werk „Vom Kriege“ prägnant: „Unter allen Wegen, deren Wahl der Angreifende hat, sind die großen Handelsstraßen immer die besten und natürlichsten.“ Clausewitz und andere zeitgenössische Militärschriftsteller verstanden wichtige Straßen als geometrische Linien im System einer strategischen Lage.

Dr. Oliver Heyn